Blink durfte in ihr eigenes Körbchen ziehen
Blinks Adoptantin schreibt:
Die Geschichte von meiner Blink und mir ist eine sehr besondere. Den Tag unserer ersten Begegnung werde ich niemals vergessen, denn alles kam so ganz anders als geplant. Wenige Tage zuvor hatte mir eine Freundin, Petra Wallraven, die selbst für Zorro dogsavior arbeitet, abends das Foto eines sehr süßen kleinen Rüden geschickt, da sie wusste, ich bin auf der Suche nach einem Hund. Am Samstag darauf fuhren wir gemeinsam mit einer weiteren Freundin auf den Zorro-Hof, wo ich diesen kleinen Hund zum ersten Mal treffen sollte. Auf der Fahrt dort hin war ich plötzlich voller Unsicherheit und Selbstzweifel, ob ich der großen Verantwortung, einen Hund bei mir aufzunehmen, wirklich gewachsen sein würde. Wir kamen an und waren sofort von vielen Hunden umringt, die uns neugierig und freundlich begrüßten. Der Kleine war noch nicht dabei, er schlief im Haus. Als wir während des Wartens auf ihn ins Gespräch vertieft waren, spürte ich an meinem Bein plötzlich eine sanfte Berührung. Ich schaute hin und sah einen schwarzen, mittelgroßen Hund mit milchigen Augen, der mir nicht mehr von der Seite wich, beugte mich herunter und fragte, wer bist du denn? Dann sah ich wieder herauf und fragte Marina Mantopoulos von Zorro, wer er/sie denn sei. Sie sagte, das ist Blink, eine Hündin. Ich fragte, ob sie blind sei und sie sagte, leider ja. Ich wandte mich Blink erneut zu und dann geschah das Unfassbare. All die Angst, die ich auf der Hinfahrt gespürt hatte, war plötzlich fort (und kehrte nie mehr zurück). Ich fühlte nur noch eine große Liebe in mir und die ganz starke Gewissheit, dass wir zusammen gehören. Diesen Moment vergesse ich nie, er war magisch. Von dem Moment an waren wir unzertrennlich. Ich nahm sie auf, hielt sie in meinen Armen, trug sie dann zu einer Bank, nahm sie auf meinen Schoß, küsste sie immer wieder auf die Stirn, während sie völlig entspannt in meinen Armen lag und mir immer wieder quer durch mein Gesicht leckte. Es fühlte sich nicht an wie eine neue Begegnung, vielmehr wie ein Wiedersehen nach sehr langer Zeit. Da war so ein großes Vertrauen zwischen uns, das sich magisch anfühlte. Unfassbar.
Den kleinen Hund, den ich eigentlich besuchen wollte, traf ich dann noch. Als er zu uns getragen wurde, dachte ich, oh Gott, wie unglaublich niedlich er ist. Doch mein Herz war längst vergeben. Und erstaunlicherweise interessierte er sich auch gar nicht für mich, es gab einfach keine Verbindung zwischen uns. Und die Entscheidung war längst gefallen. Blink hatte mich ausgewählt und es war für uns beide Liebe auf den ersten Blick.
So erstaunlich wie unsere erste Begegnung war auch die nachfolgende Zeit. Blink zog bei mir ein und fühlte sich vom ersten Moment an zuhause, angekommen. Da war keine Angst, keine Unsicherheit, kein Unwohlsein. Nur völlige Entspannung und der Eindruck, es sei nie anders gewesen. Als hätten wir immer schon zusammen gelebt. Wir kuschelten, tobten sofort miteinander wie alte Freunde, völlig vertraut. Die anfangs gefühlte Magie blieb und die Liebe wurde nur noch mehr. Sie braucht sehr viel Liebe, Ruhe und Geborgenheit. Und Nähe, Körperkontakt. Für einen Hund völlig untypisch, liegt sie häufig in meinen Armen mit dem Kopf in meiner Halsbeuge. Sie liebt es, sie braucht diese absolute Nähe.
Blink ist mein ganz großes Glück und ich bin es offensichtlich auch für sie, denn sie ist jeden Tag so fröhlich und liebevoll. Ein so großes Geschenk. Obwohl Menschen ihr soviel Schlimmes antaten, hat sie sich ihre Liebe immer bewahrt, ihr unglaublich großes Herz. Manchmal denke ich auch daran, dass sie drei Monate lang inseriert war und nicht eine einzige Anfrage für sie kam. Niemand interessierte sich für sie. Vermutlich, weil sie blind war. Das war letztlich unser ganz großes Glück, denn sonst hätten wir uns vielleicht niemals kennengelernt. Weil sie niemand wollte, fanden wir uns. Und teilen jetzt ein Leben, wie es schöner nicht sein könnte. Und ich hoffe und wünsche mir so sehr, dass wir trotz ihrer Erkrankung (sie leidet an Leishmaniose) ein langes glückliches Leben haben werden. Vielleicht geschieht noch ein Wunder. Eins gab es übrigens schon: Ihre Augen sind deutlich besser geworden, die völlige Blindheit schwindet, und sie kann wieder etwas sehen. Wie eingangs bereits geschildert, unsere Geschichte ist eine ganz besondere. Eine wahre Glücksgeschichte, wie sie nur das Leben selbst schreiben kann. Das ist es, was ich Schicksal nenne. Und ich werde ihr und den wundervollen Menschen von Zorro, die so Wertvolles leisten, ewig dankbar sein.‘
Ganz herzlichen Dank für alles und ganz liebe Grüße,
Petra & Blink


